Sonntag, 4. Juli 2021

Von Arkösund nach Risö

 Sonntag, 4. Juli 2021. Von Arkösund nach Risö, 10 km.

 

Bevor wir die Leinen um 11 Uhr loswerfen, erledige ich noch zwei kleine Bastelprojekte: Der im Winter zu Hause angefertigte Kettenabweiser für die Ankerwinsch wird angebracht (wobei mir beim Versuch, die Bohrung etwas zu vergrößern, ein 6 mm Bohrer abbricht und ich diesen Versuch deshalb abbreche) und ein Feststeller für die Badezimmertür fabriziert. Der Türfeststeller funktioniert super, Erfolg garantiert. Ob die Sache mit dem neuen Kettenabweiser besser funktioniert als mit dem alten, der eben nicht – seinem eigentlichen Zweck entsprechend - zuverlässig verhindern konnte, dass sich die Kette beim Aufholen verkeilt, muss sich erst noch erweisen.

 

Die WinniP’s wollen schon heute in den Göta-Kanal, weil sie am Montag Besuch erwarten. Auch wir freuen uns auf Besuch, der aber erst einen Tag später eintrifft. Also bleiben wir heute noch in den Schären und weil schönes Wetter mit wenig Wind angesagt ist, fahren wir in die Risö-Bucht, die wir bereits aus 2019 kennen. Nach einer Stunde Fahrzeit ankern wir auf 4,40 m Wassertiefe. Es ist nicht so voll wie beim letzten Mal und das Wasser ist nicht so algenhaltig. Die Wassertemperatur liegt bei angenehmen 23 Grad, so dass das Baden erfrischend, aber nicht zu kalt ist. Auch das SUP kommt ins Wasser und ich drehe eine Runde um die kleine, vorgelagerte Insel und kurve in der Bucht etwas umher. Auch mit dem Dinghy machen wir eine kleine Ausfahrt. Ansonsten ist Relaxen angesagt. Faul herumliegen, lesen, essen, baden, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen …


Das Foto hat Dorothea von der WinniP aus gemacht. Wir haben dieses tolle Abendrot gestern wohl irgendwie verpennt.

Der neue Kettenabweiser. Ob er was taugt, wird sich erst morgen früh beim Ankeraufgehen heruasstellen.

Ein Feststeller aus Sperrholz für die Badezimmertür. Damit man sie auch offen stehen lassen kann zum besseren Lüften, auch wenn das Schiff etwas taumelt. Wenn er nicht gebraucht wird, kann man ihn unter das Bettgestell zurückdrehen.

Am Ankerplatz in Risö. Wunderschöne und geschützte Bucht mit tollen Ankerplätzen

Angenehme Badetemperatur von 23 Grad


Auch das Stand-Up-Paddle-Board wird aufgeblasen und zu Wasser gelassen.










Am Abend noch ein kleiner Ausflug mit dem Dinghy


Von Arkösand nach Risö, 10 km

Ankerplatz in Risö


Samstag, 3. Juli 2021

Von Nävekvarn nach Arkösund

 Samstag, 3. Juli 2021, von Nävekvarn nach Arkösund, 20 km.

 

Ein zur Hälfte bewölkter Himmel und ein leichter Wind aus Nordost. So ist das Wetter, als wir um 11 Uhr die Leinen loswerfen, zeitgleich mit der Winnipesaukee. Weil der Wind etwas auffrischen soll, wählen wir diesmal den etwas längeren Weg, der besseren Schutz hinter kleinen Inseln bietet. Auf unserer ersten Fahrt nach den zwei Jahren Ruhezeit klappt alles problemlos und nach zwei Stunden laufen wir in den Bootshafen von Arkösund ein. Wir legen an einem langen Schwimmsteg an, aber dort werden wir gleich wieder weggescheucht. Dort sie reserviert für größere Schiffe (die dann aber nicht eintreffen). Dafür weist man uns einen zu kurzen Platz an, der erst durch das Verlegen eines Seglers für uns vergrößert werden muss.

 

Mittagsmüsli nach dem Festmachen. Anschließend gehen die Mädels die Gegend erkunden (die sie ja vom vorletzten Jahr eh schon ganz gut kennen) und die Jungs basteln auf ihren Booten. Ich installiere eine zweite 12 Volt Steckdose am Steuerstand.

 

Das Abendessen wird eine extrem sättigende Angelegenheit, denn die Frauen haben sich vom Küchenchef einer Imbissbude im Hafengelände überzeugen lassen, dass er super Elch-Burger mache. Zusammen mit einer riesigen Portion Pommes ist das ein köriges Mahl, das wir bei uns im Cockpit einnehmen. Sowohl das Elchfleisch, wie auch die Sauce, die es zu den Fritten gibt, sind raffiniert und pikant gewürzt. Es schmeckt uns ausgezeichnet und als Digestiv wollen alle den schon vor einigen Tagen für ausgezeichnet befundenen 2015er Williams Schnaps von Hannes.


Bevor wir ablegen, erhalten wir kurzen Besuch von zwei Kärntner Mädels, die hier ein Praktikum auf einem Bauernhof machen und sich interessiert die Gipsy 5 anschauen. Von Christine erhalten sie eine Bootsführung samt Unterdecksbesichtigung.


Auf dem Weg nach Arkösund sehen wir immer wieder Holzhäuser, die direkt am Wasser stehen.

Landschaftseindrücke von Arkösund



Unser Liegeplatz in Arkösund

Ein Loch wird gebohrt für eine weitere 12 Volt Steckdose im Instrumentenpanel. Heiko hat glücklicherweise einen passenden 29 mm Kreisbohrer. Ich hätte sonst wieder 30 mal 3 mm Löcher gebohrt und anschließend mit der Feile nachgearbeitet. So ist es natürlich viel smarter.


Hier holen wir heute unser Abendessen. Elchfleisch-Burger mit Pommes. Verflixt gut.

Heutiger Track in Gelb. Von Nävekvarn nach Arkösund. Zwei Stunden Fahrzeit für 20 km. Die blauen Linien sind unsere Tracks von 2019.


Freitag, 2. Juli 2021

Schöne Wanderung um Nävekvarn

 

Freitag, 2. Juli 2021, Nävekvarn. Schöne Rundwanderung westlich von Nävekvarn.

 

Nachdem alle wichtigen Startvorbereitungen an Bord erledigt sind, bleiben wir nur noch deshalb einen weiteren Tag hier in der Marina, weil es heute zu viel Wind gibt und wir auf See nicht so durchgeschaukelt werden wollen. Aber die Sonne lacht und der blaue Himmel lädt zu einer Wanderung in der Umgebung ein. Dank Komoot finden wir bald eine passende Runde, die zunächst am Wasser entlanggeht und dann in einem Bogen etwas weiter landeinwärts wieder zurück nach Nävekvarn führt. Wir haben etwas zu essen eingepackt und starten gegen 10 Uhr, zusammen mit Dorothea und Heiko und Bordhund Minnie. Zunächst fragen wir uns, ob wir die Tour machen sollen, denn die App weist der Tour die Kategorie „schwer, nur für Geübte“ zu. Aber das ist natürlich maßlos übertrieben. Es geht ein bisschen über Stock und Stein, Wurzelwerk und ein paar Felsen. Vielleicht nicht besonders gut machbar, wenn man mit dem Rollator unterwegs ist, aber für uns ganz wunderbar und schön.

 

Auf dem Rückweg besorgen wir noch ein paar Dinge im Supermarkt und später gehen wir auf einen Sprung bei der Werft vorbei, um uns von Mikael, dem Chef dort, zu verabschieden. Ich denke glücklicherweise daran, nach meinem letzten, noch nicht gelieferten Päckchen aus Deutschland zu fragen. Und siehe da, es liegt ein Brief von PostNord vor, dass eine Sendung für mich angekommen sei. Abholbereit in der kleinen Poststelle im Supermarkt. Also noch mal den Berg rauf und das Owatrol in Empfang nehmen.

 

Am Nachmittag trinken wir gemeinsam bei uns an Bord Kaffee. Dazu gibt es phantastisch schmeckende lokale Erdbeeren, gekauft an einem Straßenstand direkt von der Bäuerin, an locker geschlagener Sahne à la Dorothea nebst leckeren Zimt-Teilchen. Wir hätten die doppelten Mengen kaufen sollen.



Am Abend ist die Stimmung wunderschön. Das Licht ist anders, als bei uns zu Hause.


Wanderung mit Dorothea und Heiko. Wir starten an der Marina und zunächst geht es durch Wiesen und an den äußeren Wohnbezirken des kleinen Ortes vorbei.
















Mittagsrast direkt am Wasser





Am Ende der Tour kommen wir noch einmal an der Swede Port Marina vorbei. In dieser Halle hat die Gipsy 5 die letzten zwei Jahre verbracht und die Zeit offenbar gut überstanden.



Heutige Wanderung, kleine 8,5 km und 150 Höhenmeter. Wir lassen uns Zeit und genießen die Gegend.

Oh, wie lecker!! Erdbeeren mit Schlag, Teilchen und Kaffee. Hmmmhhh ...




Kurzer Dinghy-Ausflug zur Tankstelle


Der Spritkanister für den Außenborder wird aufgefüllt.




Donnerstag, 1. Juli 2021

Startvorbereitungen laufen plangemäß

 

Mittwoch, 30. Juni 2021, Nävekvarn. Einkaufen und Arbeiten am Boot

 

Gestern Abend vorm Zubettgehen fiel mir auf, dass kein warmes Wasser aus der Leitung kommt. Ich hatte den Schukostecker des Boilers im Maschinenraum am Nachmittag doch eingesteckt. Noch mal schnell nachschauen, schon im Nachtdress. Nein, die Kupferleitung, die vom Boiler wegführt, ist kalt. Einen Schalter am Gerät gibt es nicht. Also schnappe ich mir die Bedienungsanleitung und lese, im Bett liegend, alles durch. Eine Troubleshootingseite gibt es nicht. Mit leichtem Frust beschließe ich, erstmal zu schlafen.

 

Ich liege am Morgen noch etwas schlaftrunken in der Koje und denke wieder über den Boiler nach. Ob die Sicherung im Kasten unter den Salonbänken vielleicht ausgeschaltet war, hatte ich gestern Abend schon gecheckt. War sie nicht. Gibt es da nicht noch irgendwo einen Schalter? Oder ist das Heizelement durch die Standzeit kaputt gegangen? Oder … hatte ich nicht vor zwei Jahren einen Schalter eingebaut, um das Ding bequemer vom Stromkreis nehmen zu können, wenn der Landstrom zum Beispiel zu schwach ist für Boiler und Waschmaschine? In der Tat! Der Schalter sitzt bequem erreichbar neben dem Tisch im Salon, aber nicht sehr gut sichtbar. Und dieser Schalter steht auf „Aus“. Ein Klick und wir haben wieder warmes Wasser.

 

Wärme bzw. Hitze braucht man ja auch am Herd. Die Gasflaschen sind nur von außen zugänglich und man muss zum Bug, um sie aufzudrehen. Dann den Gasfernabschalter einschalten, damit das Magnetventil öffnet, und schon sollte Gas fließen und Gasflammen den Herd zieren. Es macht nur einmal ganz kurz „zisch“ und dann ist Ruhe. Kein Gas, keine Flamme. Kann ja nur am Magnetschalter liegen. Ich baue den Schalter von der Gasflasche ab und blase hindurch. Der ist offen. Christine schaltet von innen ein paar Mal hin und her. Er schließt und öffnet tadellos. Das ist schon mal eine gute Diagnose. Jetzt mache ich den Test an der Gasflasche und drehe den Hahn auf. Nichts, nada, niente! Des Rätsels Lösung ist so einfach, wie sie nur sein kann: Die Flasche ist leer. Etwas früher als erwartet und dass sie genau dann den letzten Atem aushaucht, wenn man sie nach 2 Jahren wieder benutzen will, ist ja wohl erstaunlich. Schon wieder ein Problem gelöst.

 

Dann steht Bootsputz auf der Agenda. Mit Bürste und viel Wasser aus dem Schlauch lässt sich der Dreck, der sich in der Halle an Oberdeck angesammelt hatte, relativ gut entfernen. Selbst das Teakdeck hat erstaunlich wenig gelitten. Anschließend befreien wir das Dinghy aus seiner misslichen senkrechten Lage und schmeißen es erstmal ins Wasser, um den Außenborder zu montieren. Der springt gleich einmal an und dann kommt das Gummiboot an seinen richtigen Platz und hängt nun schön am Heck in den Davits. Darüber weht die rot weiß rote Flagge. Unsere Falträder hatten wir schon vorm Deckswaschen an Land gebracht. Auseinanderklappen und Reifen aufpumpen, dann sind sie betriebsbereit. Weil unser Einkauf im Supermarkt doch etwas umfangreicher werden wird, wollen wir lieber mit dem Rad dorthin fahren, auch wenn es zunächst mal ein Stück bergauf geht. Dafür ist der Rückweg dann - schwer bepackt - deutlich angenehmer. Mein Gepäckträger ist durch die Getränke so schwer beladen, dass ich das Rad hinten kaum anheben kann. Unsere erste Mahlzeit des Tages gibt es gegen 15 Uhr.

 

Der Tag vergeht wie im Flug. Alles funktioniert gut und nach 24 Stunden seit dem Einwassern wären wir so weit, dass wir uns auf die Socken machen könnten. Aber wir haben es ja nicht eilig und stärkerer, böiger Wind lässt das ohnehin nicht ratsam erscheinen. Außerdem gibt es noch ein paar Dinge auf der to-do-Liste, die man noch schön hier im Hafen erledigen kann. Zudem haben Dorothea und Heiko noch Probleme mit ihrer Backbord Maschine, die nicht mehr anspringen will, nachdem Luft ins System gekommen ist. Am Abend sitzen wir gemeinsam bei uns im Salon zum Dinner. Draußen ist es heute etwas zu frisch.

 


Die Gasflasche ist einfach nur leer. Wer kommt denn auf so was?


 Satteltaschen und Rucksäcke sind mit viel Gewicht beladen, als wir uns vom Supermarkt, oben auf dem Berg, wieder auf den Rückweg machen. Wir freuen uns, dass wir jetzt nicht bergauf radeln müssen.





Wieder zurück an Bord. Die Vorräte müssen jetzt verstaut werden.






Dinner, Schnaps, Wein, in dieser Reihenfolge


Donnerstag, 1. Juli 2021. Nävekvarn. Neuer Hitzeschild für die Servicebatterien und erstmaliger Dieselölfilterwechsel.

 

Angenehme Temperaturen in der Nacht. Man schläft gut, aber am Morgen hat es nur 18 Grad im Boot. Da schwitzt man bei der morgendlichen Gymnastik nicht so. Nach dem Kaffee mache ich mich über den Hitzeschutzschild her, der die Servicebatterien vor der Strahlungswärme des Motors schützen soll. Der 3 cm dicke Schaumstoff ist auf ein Brett geklebt, das senkrecht vor die Batterien geschraubt ist. Und dieser Schaumstoff löst sich nach und nach auf und zerbröselt. Ersatz hatte ich in Deutschland schon bestellt und herschicken lassen. Das alte Material restlos von der Kunststoffplatte zu befreien ist mühsamer, als man denken sollte. Der gesamte Job dauert alles in allem etwa 4 Stunden.

 

Dann schaue ich mir noch den Dieselfilter an, den ich bisher noch nie gewechselt hatte, weil das bislang auch nicht nötig war. Heute sieht er aber nicht mehr so gut aus und deshalb kommt ein neuer rein. Gerade, als ich damit fertig bin, kommt Heiko vorbei und ist bester Laune. Ein Telefonat mit einem DAF Motorenspezialist hat die entscheidende Lösung gebracht und nun laufen auf der Winnipesaukee wieder beide Maschinen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Nyköping zu einem größeren Supermarkt. Hier in Nävekvarn bekommen wir keine Kapseln für unsere Nespresso Maschine. Und das ist schon mal eine halbstündige Busfahrt wert. Im Bus kann man aber nicht bezahlen. Man muss sich erst eine App herunterladen und das online erledigen. Etwas mühsam, weil alles in der App nur auf Schwedisch beschrieben ist. Kriege ich dann aber trotzdem irgendwie hin. Mit vollem Rucksack kehren wir zurück. Das Wetter ist besser geworden und jetzt scheint wieder die Sonne. Sundowner auf der Winnipesaukee.


Die alte "Wand" ist entfernt. Die Batterien sind zu sehen.


Der Schaumstoff dient als Hitzeschutz für die Batterien. Er löst sich auf und zerbröselt. Deshalb muss Ersatz her.

Bis hierher geht es noch halbwegs flott ...

... aber jetzt wird's mühsam. Die letzten Partikel und der Kleber haben es in sich.

Weil Christine den Gestank von Verdünnung nicht verträgt, erledige ich die Feinsäuberung auf dem Schwimmsteg.


Neu bezogen ...


... und montiert.





Und dann noch schnell einen frischen Dieselfilter einbauen.