Sonntag, 01. Juli 2018.
Enkhuizen. Wir verabschieden Marie-Luce und Didier. Hausputz und Impeller-Wechsel.
Nach einem vorerst letzten
gemeinsamen Bordfrühstück mit Müsli, Tee und Kaffee bringen wir Marie-Luce und
Didier zum Bahnhof. Unsere Marina liegt zwar zentrumsnah, aber 20 Minuten haben
wir doch zu gehen. Die Zugverbindung via Amsterdam nach Utrecht verläuft für
die beiden reibungslos und die letzten Kilometer bis zum geparkten Auto in
Loenen machen sie mit dem Taxi, wie wir per SMS erfahren. Wir hatten eine tolle
gemeinsame Woche mit exzellentem Wetter und ausgesprochen schönen
Streckenabschnitten und pittoresken Ortschaften an der Vecht und am Markermeer,
wobei wir die Gesellschaft der beiden Ex-Hana Itis sehr genossen haben.
Im Marina-Office erfahren
wir, dass wir an unserem Platz bleiben können und nicht, wie gestern
angedeutet, verlegen müssen, weil die Liegeplatzeigner heute zurückkommen
würden. Heute wollen wir ohnehin nicht fahren, wofür es sogar zwei Gründe gibt:
Zum Einen bläst ein Ostwind mit sechs Beaufort. Da ist mit einer steilen
Ein-Meter-Welle zu rechnen, die wir bei der Weiterfahrt von der Seite bekommen
und damit eine sehr unruhige Reise haben würden. Zum Anderen ist nach einer
„Gäste-Woche“ Hausputz und große Wäsche angesagt, heute zusätzlich auch noch eine
Oberdecksreinigung, worum sich Christine kümmert, während ich ein paar Jobs im
Motorraum zu erledigen habe.
Zwei Dinge stehen für mich
auf dem Plan: Erstens den Impeller checken, zweitens Fett nachfüllen in der Stopfbuchsenfettpresse.
Der Impeller hat jetzt 320 Betriebsstunden geleistet und eigentlich rechne ich
damit, ihn unversehrt vorzufinden und weiterverwenden zu können. Flötepiepen!
Das Gummi-Sternrad, das dafür sorgt, dass die Seewasserkühlung des Motors
floriert, ist nahezu an allen Flügeln beidseitig eingerissen. Das hatten wir
auf der Gipsy IIII nie erlebt (wo wir allerdings den Impeller auch jährlich und
spätestens nach 150 Betriebsstunden getauscht hatten). Wenn die „Flügel“
abreißen bedeutet das nicht nur, dass weniger Seewasser angesaugt wird und der
Motor irgendwann zu heiß läuft, sondern auch, dass das kleingerissene Hartgummi
durch das Kühlsystem gedrückt wird und höchstwahrscheinlich irgendwo in den
dünnen Röhrchen des Wärmetauschers hängen bleibt und diesen verstopft.
Learning: Nach spätestens 200 Stunden den Impeller tauschen!
Die Fettpresse der
Stopfbuchse dient dazu, Fett in die Stopfbuchse zu drücken, um die Stelle, wo
die Propeller-Welle durch die Bordwand nach außen führt, möglichst wasserdicht
zu machen. Die Schmierung der Welle an dieser Stelle wird durch Wasser
gewährleistet, dass, ebenfalls vom Impeller angetrieben, mit Druck in die
Stopfbuchse gepumpt wird. Die Schwierigkeit bei diesem Job liegt darin,
überhaupt zur Fettpresse zu gelangen. Mit zu viel Bauch und steifen Knochen
oder zu viel Körpergröße ginge das überhaupt nicht. So brauche ich auch eine
ganze Weile bis es mir gelingt, das Ding überhaupt aufzuschrauben. Die Tube mit
dem frischen Fett wird vorher in kochendes Wasser gelegt, damit sich die Schmiere
leichter ausdrücken und in den Zylinder der Presse füllen lässt.
Am Nachmittag um 15 Uhr sind
wir mit dem Gröbsten durch und spazieren noch eine Runde durch die Stadt, um
uns den Markt auf dem „Dijk“ und ein paar andere Ecken Enkhuizens anzuschauen,
die wir noch nicht gesehen haben.
Den Impeller bekommt man nur mit einem speziellen Abzieher raus. Und selbst damit habe ich heute so meine Probleme. Es dauert eine ganze Weile, bis ich das Ding draußen habe.
Fast alle "Flügel" sind eingerissen. Auf der Außenseite sind die Risse etwas kleiner, ...
... auf der Innenseite etwas größer.
Die Fettpresse ist so leer, als wäre nie Fett drin gewesen. Man kann übrigens nicht hineinsehen, weil man den Kopf gar nicht so positionieren könnte. Mit der Kamera kann man trotzdem einen Blick ins Innere erhaschen.
Blick von oben auf die Stopfbuchse.
Hier ein Blick von Backbordseite. Der rote Pfeil zeigt die Leitung, die von der Fettpresse kommt. Der grüne Pfeil zeigt den Schlauch, durch den das Kühlwasser eingepumpt wird.
Frisch gefüllt.
Am Abend um 2130 macht Christine noch einige Fotos von den Haubentauchern mit ihren Jungen.
Ein Kleines wird durch den Vater mit einem kleinen Fisch gefüttert.
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