Freitag, 2. August 2019

Schloss Tullgarn


Freitag, 02. August 2019. Von Trosa nach Schloss Tullgarn, 16 km. Schlossbesichtigung mit Führung am Nachmittag.

Um zehn geht’s los; anderthalb Stunden später sind wir am Ankerplatz, und zwar direkt vor dem imposanten Schloss Tullgarn. Eine riesige Ankerfläche steht zur Verfügung und die Winnipesaukee und wir sind die einzigen Boote, die sich hier heute breitmachen. Im Schlossgarten findet morgen Abend ein großes Konzert von Benny Andersson (1/4 von ABBA) statt. Die Plakate hingen in Trosa an allen Straßenecken. Wenn wir vor Anker auch nicht viel sehen können, etwas von der Musik und der Stimmung bekommen wir dann ja vielleicht mit.

Am Nachmittag um 15 Uhr gibt es im Schloss eine englischsprachige Führung, der wir uns anschließen. Mit dem Dinghy knattern wir an Land und können dort ganz bequem an einem kleinen Steg aussteigen. Das Schloss wurde bis 1950 von der damaligen Königsfamilie als Sommerresidenz bewohnt und auch der aktuelle König nutzt Teile des Schlosses noch immer, wenn er hier auf Jagd geht. Entsprechend luxuriös kommt dieser Palast daher.

Weil die Aktion mit dem Überkleben des pickigen Logos am Dinghy gestern ganz gut funktioniert hatte, nehme ich mir heute auch noch den seitlichen Schriftzug vor. Die angebrochene Kartusche Pantera könnte dafür gerade noch reichen. Wenn man das MS-Polymer nicht bald verbraucht, kann man das teure Zeug später wegwerfen, weil es eingetrocknet ist. Das Arbeiten gestaltet sich heute allerdings schwieriger als gestern, denn nun habe ich keinen breiten und festen Steg als Unterlage, sondern muss am schwimmenden Dinghy, das zudem noch von den Wellen geschaukelt wird, von der schmalen Badeplattform aus schaffen. Am Ende sieht das Werk auch nicht ganz so sauber aus wie die gestrige Arbeit. Aber: erledigt ist erledigt und darüber bin ich schließlich ganz froh.


 Wir ankern vor Schloss Tullgarn ...

 ... und nehmen am Nachmittag an einer geführten Schlossbesichtigung teil.



 Der Paravent ist das Wertvollste im ganzen Schloss ("bei einem Brand wäre es das erste Stück, was in Sicherheit gebracht würde"), weil er von königlicher Hand erstellt wurde. Eine der ehemaligen Königinnen war wohl eine begnadete Heimwerkerin.

 Hier waren allerdings Profis am Werk: Intarsienarbeit als Fußbodenbelag.



 In Schlossgarten rüstet man sich für das Benny Andersson Konzert morgen Abend.


 Hier werden sich dann wohl die Zuschauer aufhalten.



 Ein riesiger Ankerplatz für 2 kleine Boote.



 Dorothea und Heiko auf dem Rückweg zu ihrem Boot. Während wir noch die Außenanlagen des Schlosses bewundern, haben sich die beiden den potentiellen Ankerplatz neben dem Schlossgarten mit dem Dinghy angeschaut. Von dort könnte man vom Schiff aus sogar die Bühne sehen und hätte mit Sicherheit ein besseres Klangerlebnis. Die Diagnose ist aber negativ: Das Wasser ist zu flach und deshalb wachsen die Algen bis an die Wasseroberfläche. Die bekämen wir nur in Anker und Schraube. Also bleiben wir dort, wo wir sind.






 Auch die Oberfläche dieses überflüssigen Aufklebers mit dem Marken-Schriftzug ist unangenehm klebrig. Also wird hier ebenfalls ein zurecht geschnittenes Stück aus dem kaputten Fender draufgeklebt.

 Das Arbeiten am im Wasser liegenden und wackelnden Dinghy gestaltet sich etwas herausfordernder als gestern.

 Da macht jemand Yoga auf dem Badesteg.

 Von Trosa zum Schloss Tullgarn, 16 km.


Dort, wo der rote Pfeil hinzeigt, wird die Bühne für das Konzert aufgebaut. Wenn wir unseren Ankerplatz im Bild weiter nach links verlegen würden, könnten wir gratis von Bord aus zuschauen. Machen wir aber nicht, wie oben beschrieben.

Donnerstag, 1. August 2019

Trosa


Donnerstag, 01. August 2019. Von Nynäs Brygga nach Trosa, 27 km.

Als wir um Viertel vor neun beginnen, den Anker zu hieven, haben wir eine traumhaft ruhige Nacht hinter uns. Zwar hören wir den Wind in den Bäumen pfeifen, aber zu uns dringen die Böen gar nicht durch. Auch wir haben etwas Kraut an der Ankerkette, aber nicht sehr viel und die Kette ist deutlich sauberer, als beim letzten Mal. Insofern haben wir den Anker relativ schnell an Deck und sind bald unterwegs. Das Wetter ist traumhaft. Strahlend blauer Himmel, Temperaturen bis 25 Grad, ein frischer Nordwind mit 3 bis 4 Beaufort, der aber im geschützten Schärengebiet keine große Welle aufbauen kann. Um 20 vor 12 liegen wir längsseits in Trosa.

Die Stadt Trosa ist bekannt für ihre malerischen Holzhäuser. Sie diente deshalb schon des Öfteren als Fimkulisse und ist ein touristischer Höhepunkt der Gegend. Entsprechend viel ist hier los während der Urlaubszeit und teuer sind deshalb auch die Liegeplatzgebühren. Wir treffen Dorothea und Heiko wieder, die weiter innen am Kanal liegen und erlatschen gemeinsam die Stadt. Am Abend sitzen wir zum Dinner in einem schönen Gastgarten mit Blick auf den Kanal. Das Essen schmeckt sehr gut, aber Trinkgeld gibt es von uns heute dennoch keines. Erstens wird die Vorspeise zusammen mit dem Hauptgang serviert, zweitens ist das Essen nur noch lauwarm und drittens sind die Portionen ausgesprochen klein. Auf der Winnipesaukee gibt es deshalb noch eine große Käseplatte mit Rotwein als Dessert. Schließlich bin dann auch ich noch satt geworden.

Vor dem Essen hatte ich noch schnell das klebrige Ärgernis am Bug unseres Dinghies eliminiert. Der Hersteller hatte dort das Firmenlogo angebracht und eben dieses ist der Sonneneinstrahlung nicht gewachsen. Es sondert klebrige Masse ab, die man nur mit Aceton oder anderen Lösungsmitteln wieder von der Haut runterkriegt, wenn man unabsichtlich mit der Hand oder dem Arm darüberstreift, was sich leider nicht immer vermeiden lässt. Ich schneide zu dem Zweck den kaputten Fender (ist doch gut, wenn man nicht gleich alles wegwirft) auseinander und pappe mit Pantera einen kreisrunden „Deckel“ auf das eklige Logo.

 Christine weckt mich um 0520: "Das musst Du Dir anschauen ...". Also schnell raus für ein oder zwei Fotos und wieder zurück ins Bett.


 Algen, Kraut, Seegras. Wie auch immer, wir haben etwas davon an der Kette. Man kann es aber relativ leicht entfernen und wir freuen uns, dass wir wenig Schlamm an der Kette und am Anker haben.

 Während der Fahrt durch die Schären sehen wir wieder viele schöne Fotomotive.




 In der Innenstadt von Trosa.




 Touristeninformation und Wahrzeichen der Stadt.















 Der kann ruhig frech grinsen. Er wird trotzdem verzehrt.



 Ich zerschneide den defekten Fender (der hatte vor dem Heizungsauspuff gehangen), um daraus einen runden Deckel für das klebrige Dinghy-Logo zu fabrizieren.


 Ringsum abkleben, dann viel Pantera drauf ...

 ... und schließlich den Deckel draufpappen.

 Nynäs Brygga nach Trosa, 27 km.