Sonntag, 24. September 2017

Von Hollerich nach Bad Ems

Sonntag, 24. September 2017. Von Hollerich über Dausenau nach Bad Ems, 13 km, 3 Schleusen.

Wir wollen heute nicht weit fahren, also lassen wir es in der Früh ganz gemütlich angehen und werfen erst um 11 Uhr die Leinen los. Wir müssen nur um die kleine Insel herumfahren, um zur ersten Schleuse des Tages zu kommen. Weil wir uns wegen technischer Störungen („die Nummer ist nicht vergeben“, obwohl es die richtige ist, wie wir vom Schleusenmeister erfahren) nicht anmelden konnten, müssen wir etwas warten, bis die Kammer auf Oberwasser steht und sich die Tore für uns öffnen. In der folgenden Schleuse in Nassau geht es ganz flott, weil wir bereits avisiert wurden und so ist es erst 12.40 Uhr, als wir in Dausenau an einem der kleinen Gästestege festmachen. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich hier um gebührenpflichtige Liegeplätze handelt. Bei wem man bezahlen kann und wie man die vorhandenen Steckdosen mit Strom beschickt, steht allerdings nirgendwo angeschrieben.

Auch sonst ist in dem eigentlich schönen Örtchen nicht viel los. Das malerische „Wirtshaus an der Lahn“ ist geschlossen. Auf einem Zettel an der Tür können wir lesen, dass Nachfolger für den Betrieb gesucht werden. Offenbar bisher ergebnislos.


Wir entschließen uns, noch ein paar Kilometer weiter bis nach Bad Ems zu fahren. Allerdings wollen wir uns nicht mehr in die enge Marina manövrieren, sondern im Fluss vor dem Ort einen Platz an einem kleinen Gästesteg finden, was uns dann auch gelingt. Um 14 Uhr ist die Seefahrt für heute beendet. Wir sind etwas träge und kommen erst nach einem Mittagssnack und etwas faulenzen gegen 16 Uhr von Bord, drehen eine große Runde durch Bad Ems und landen schließlich im Restaurant des Badhauses, wo wir einer Empfehlung eines freundlichen Herrn aus dem Motorbootclub folgend, auch wirklich gut zu Abend essen. Während dieser Ereignisse hat Deutschland einen neuen Bundestag gewählt. Die Ergebnisse und Kommentare lesen und verfolgen wir wie üblich in den diversen Online-Zeitungen auf unseren Smartphones. 

Schiefer Turm von Dausenau.

 Das Wirtshaus an der Lahn ist derzeit nicht bewirtschaftet. Man sucht einen neuen Betreiber.

 Fachwerkhaus von 1564 in Dausenau.


 Die tausendjährige Eiche wird nur im Volksmund so genannt. Sie ist nicht wirklich so alt. 

 Wirtshaus an der Lahn von der anderen Seite. Für eine knappe Stunde liegen wir ganz in der Nähe an einem kleinen Gästesteg, können die Steckdose aber nicht aktivieren.

 Obwohl der Platz eigentlich nicht schlecht wäre, wollen wir nicht bleiben. Im Ort ist absolut nichts los.

 In der Schleuse Dausenau fahren wieder ein paar Kanuten mit uns in die Tiefe.



 Hier bleiben wir. Heutiger Liegeplatz in Bad Ems.


Von Hollerich nach Bad Ems, 13 km und 3 Schleusen.

Samstag, 23. September 2017

Von Diez nach Hollerich

Samstag, 23. September 2017. Von Diez nach Hollerich, 30 km und 3 Schleusen lahnabwärts. Radausflug zum Nassauer Stadtfest.

Wir überlegen uns erst nach dem Frühstück, ob wir noch einen Tag in Diez bleiben oder die Lahn wieder abwärts fahren sollen. Vor 10 Uhr können wir ohnehin nicht weg, weil der freundliche Herr, der uns den Stromkasten aufschließen muss, damit wir unser Kabel wieder „entstöpseln“ können, erst zu dieser Zeit auftauchen wird. Wir entscheiden uns spontan, doch loszufahren, damit wir später noch zum Stadtfest in Nassau radeln können.

Also starten wir um 1020. Nach der ersten Schleuse in Cramberg kommt uns die Lahn-Arche I entgegen. Dieser für Lahn-Verhältnisse eigentlich viel zu große, in jedem Fall aber klobige Vergnügungsdampfer hatte in Diez auf der anderen Flussseite gelegen und war kurz vor uns mit einer Partie trinkwilliger Männer lahnabwärts losgefahren. Mit etwas höherer Geschwindigkeit unterwegs, war er auch vor uns in der Schleuse, hat im Unterwasser nach einer Viertelstunde Fahrzeit irgendwo gedreht und kommt uns nun entgegen, als wir die Schleuse verlassen. Nicht viel Platz im Fahrwasser und wir wollen nach den schlechten Erfahrungen vor ein paar Tagen auch nicht zu weit aus dem Fahrwasser rausfahren. Wir kommen irgendwie aneinander vorbei und für uns geht es weiter auf dem Rückweg die Lahn hinunter. Nach zwei weiteren Schleusengängen erreichen wir um 14 Uhr den kleinen Yachthafen Hollerich, wo wir ein nettes Plätzchen finden.


Kurz darauf sitzen wir auf den Fahrrädern. Wenn die Sonne scheint, ist sie noch ganz schön warm, aber die Lufttemperatur bleibt wohl unter 20 Grad. Weil man in Nassau selbst mit dem Boot nur suboptimale Anlegemöglichkeiten ohne Versorgungseinrichtungen findet (man müsste sich direkt an die Uferböschung legen), haben wir ein paar Kilometer flussaufwärts festgemacht (in Hollerich eben) und bewegen uns nun also per Velo. Im kleinen Ort Nassau sind die zentralen Straßen für den Verkehr gesperrt und mit Imbiss-Buden, Fahrgeschäften, Verkaufsständen, usw., belegt. Es herrscht ein reges Treiben und wir spazieren alle Gassen einmal ab, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen, diesmal auf der linken Lahnseite und nicht wie auf dem Hinweg der Bundesstraße entlang, sondern auf einem Radweg. Gegen 17 Uhr sind wir wieder an Bord. Die Luft ist noch so mild, dass wir heute sogar unser Abendessen (Spaghetti plus Salat) an Deck einnehmen können. Es herrscht eine himmlische Ruhe und eine idyllische herbstliche Abendstimmung. 

 Die Lahn-Arche - ein Vergnügungsdampfer für Trinkwillige - kommt uns im Unterwasser der Schleuse Cramberg entgegen.


 Am Kraftwerk Cramberg verursacht der Turbinen-Auslauf starken Querstrom. Beim Passieren muss man kräftig am Steuer drehen, um dagegen zu halten.

 Wir durchfahren Laurenburg, diesmal ohne anzuhalten. Am Donnerstag haben wir oben auf der Burg gestanden.

 In der Schleuse Kalkofen fahren wir zusammen mit einigen Paddelbooten talwärts.

 Der Yachthafen in Hollerich ist idyllisch im Grünen gelegen, allerdings auch etwas ab vom Schuss.



 Mit dem Rad besuchen wir das Stadtfest in Nassau.

 Diese Wahlplakate waren uns gestern schon in Diez aufgefallen. Zwei mal Gabi Weber, die lokale Kandidatin der SPD. Auf dem Bild mit Martin Schulz sieht sie etwa 10 Jahre älter aus, als auf dem Plakat, das sie alleine zeigt (der Unterschied bei den Zähnen ist noch größer). Da ja auch das Bild mit beiden Kandidaten wohl einer Photoshop-Kur unterzogen wurde, kann man sich der Frage gar nicht entziehen, wie alt die Dame wohl in Wirklichkeit aussehen mag? 

 Blick zurück auf Nassau und die Kettenbrücke.

 Heutiger Track. Wir fahren jetzt von rechts oben nach links unten, weil wir auf dem Rückweg sind. Diez-Hollerich: 30 km und 3 Schleusen.

 Start in Diez














Ankunft in Hollerich

Freitag, 22. September 2017

Limburg an der Lahn

Freitag, 22. September 2017. Von Laurenburg nach Diez, 19 km und 2 Schleusen. Mit dem Rad fahren wir von Diez nach Limburg.

Kalte Nacht. Als wir morgens aus dem Fenster schauen, ist es neblig, die Lufttemperatur dürfte bei etwa 8 Grad liegen und die Lahn ist auch nicht viel wärmer. Unser Bordthermometer zeigte gestern 9 Grad Wassertemperatur an. Um 20 vor 10 legen wir los und rauschen leise in eine frische, aber stimmungsvolle Nebelstimmung hinein. Eigentlich wollen wir heute bis Limburg fahren aber als wir noch mal genau nachlesen, stellen wir fest, dass die Liegeplätze dort für Gäste nicht besonders gut sind. Das bestätigen uns auch die beiden Schleusenwärter, mit denen wir sprechen. Also disponieren wir um, denn der 12.000 Seelen-Ort Diez spricht uns sofort an und dort gibt es einen schönen Gästesteg mit Strom und Wasseranschluss. Wir sparen uns also zwei weitere Schleusen und ein paar Flusskilometer. Außerdem wollen wir uns gern selbst etwas bewegen und nicht nur den Gipsy-Motor arbeiten lassen.

Deshalb machen wir die Räder klar. Eine halbe Stunde nach dem Anlegen, es ist mittlerweile 13.45 Uhr, sind wir unterwegs. Per Rad sind es 8 Kilometer bis nach Limburg. Ich war vor einigen Jahren schon einmal dort und weiß, dass uns eine schöne Altstadt mit tollen Fachwerkhäusern erwartet. Das Wetter spielt mit und so können wir uns einige Stunden mit Stadt- und Dombesichtigung aufhalten, sowie auf einem netten Platz im Herzen der Altstadt lunchen. Wir entscheiden uns für eine Gulaschsuppe im Brotteig und müssen an die Kartoffelsuppe denken, die wir in dieser Darreichungsform mehrmals in Efate (Vanuatu) gegessen hatten. Beim Absperren der Fahrräder wird mir überraschenderweise bewusst, dass ich meinen Schlüsselbund nicht bei mir trage. Verloren? An Bord gelassen? Ich hatte doch das Boot abgeschlossen? Genau erinnern kann ich mich daran, dass ich die Ringschlösser der Räder geöffnet hatte, mit denen wir diese immer an der Reling sichern. Ich weiß auch, dass ich anschließend die Schlüssel in die Hosentasche gesteckt hatte. Danach war ich noch mal unter Deck. Also: Entweder die Schlüssel sind noch irgendwo an Bord, stecken vielleicht sogar in der Tür, oder ich habe sie unterwegs verloren.


Als wir um halb fünf wieder zum Schiff zurückkehren, stellen wir erleichtert fest, dass der Schlüsselbund an der Tür hängt, Schlüssel im Schloss. Da hätte nun jemand leicht das Boot ausräumen können, aber wir haben Glück gehabt. Nach einem Kaffee machen wir uns noch einmal zu Fuß auf den Weg, um die nähere Umgebung in Diez zu erkunden. Auch dieser Ort ist recht hübsch mit seinen vielen Fachwerkgiebeln und der Burg in der Höhe, in der heute eine Jugendherberge und eine Bar untergebracht sind. Als wir gegen 19 Uhr zurückkommen, ist es noch warm genug für einen Sundowner an Deck. 


 Der leichte Nebel am Morgen verbreitet eine schöne Stimmung. Es ist allerdings auch recht frisch.

 Ein scharfer und ein nicht so scharfer Dackel sehen uns interessiert beim Schleusen zu.













 Ziel für heute erreicht. Unser Liegeplatz in Diez.



 Brücke in Limburg

 Der Limburger Dom liegt auf einem kleinen Berg oberhalb der Altstadt.



 Nicht Milka, aber trotzdem lila.





















Von Laurenburg nach Diez, 19 km und zwei Schleusen.